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Montag, 10. September 2018

Monsanto-Schuldspruch: Jetzt geht es erst richtig los!


Der Agrarchemiekonzern Monsanto ist von einem Gericht in Kalifornien zur Zahlung von 289 Millionen Dollar Schadenersatz verurteilt worden. Die Geschworenen kamen zu dem Urteil, dass das glyphosathaltige Unkrautvernichtungsmittel Roundup schuld daran sei, dass der ehemalige Hausmeister Dewayne Johnson an Lymphdrüsenkrebs erkrankt ist. Wenig überraschend will Monsanto, das inzwischen zu Bayer gehört, das Urteil anfechten. Hier die haarsträubenden Hintergründe.


 

Egal, wie das Berufungsgericht urteilt: Der Fall wird weltweite Folgen haben und dem gesamten Geschäftsmodell der Agrarchemie- und Gentechnik-Branche arge Probleme bereiten. Der Johnson Fall ist nur der erste von über 5000 in den USA, bei denen Monsanto vorgeworfen wird, dass die Inhaltsstoffe von Roundup Krebs verursachen. Der 46-jährige Johnson war früher in einem Schulbezirk in Kalifornien für die Unkrautbekämpfung zuständig. Im Rahmen seiner Aufgaben hat er über einen Zeitraum von mehr als zweieinhalb Jahren hinweg bis zu dreißigmal jährlich Roundup und das ebenfalls von Monsanto hergestellte Ranger Pro auf Schulen versprüht. Nach Einschätzung des Magazins Insurance Journal könnte der Schuldspruch das Ergebnis tausender ähnlich gelagerter Fälle beeinflussen, die gegen Roundup anhängig sind. An vielen der Fälle ist die kalifornische Kanzlei Baum, Hedlund, Aristei & Goldman PC beteiligt, die auch im Johnson-Fall den Kläger vertrat.



Monsantos Methoden werden vor Gericht enttarnt: Robert Kennedy Jr., einer der Anwälte der Klägerseite, schrieb eine Zusammenfassung der Kreuzverhöre, die Anklage und Verteidigung während des Johnson-Falls führten. Der Bericht zeigt auf verheerende Weise, wie Monsanto für Krebs sprechende Testergebnisse vertuschte, wie das Unternehmen gelogen hat und wie es »Experten« mit enormen Summen schmierte, damit diese nicht bewiesene Behauptungen Monsantos zur angeblichen Unbedenklichkeit von Roundup stützten.



 

Die Monsanto-Toxikologin Dr. Donna Farmer musste, als man sie mit einer internen Monsanto-E-Mail konfrontierte, eingestehen, dass ihre Hauptsorge nicht die öffentliche Gesundheit war, sondern die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften. Weiter musste sie eingestehen, dass sie dafür sorgte, dass Ghostwriter Artikel für vermeintlich unabhängige Wissenschaftler schrieben, in denen Glyphosat vor Kritik in Schutz genommen wurde. Ihre Erwiderung: »Daran kann ich nichts Falsches finden …«


Ein weiterer bezahlter Monsanto-Gutachter war Dr. Warren Foster: Er musste eingestehen, dass er, bevor Monsanto ihn dafür bezahlte, gegen die Tierstudien der Internationalen Krebsforschungsagentur (IARC) auszusagen, noch nie eine Studie zu Glyphosat oder der Karzinogenität des Stoffes durchgeführt hatte. Die zur Weltgesundheitsbehörde gehörende IARC war 2015 zu dem Schluss gekommen, dass Glyphosat als »wahrscheinlich krebserregend« eingestuft werden müsse. Das Urteil war ein schwerer Schlag für Monsantos Behauptung, Roundup, das zu 31 Prozent aus Glyphosat besteht, sei weder für Mensch noch Tier schädlich.
Dr. Mark Martens, ein weiterer Toxikologe, der bei Monsanto in Diensten steht, wurde gefragt, warum Monsanto 1999 den unabhängigen Toxikologen Dr. James Parry zunächst als Spitzenexperten rühmte, dann aber seine Forschung fallen liess. Parry war zu dem Schluss gelangt, die komplexe und nicht öffentliche Zusammensetzung von Roundup könne zu genetischen Mutationen führen. Monsanto ließ Parry daraufhin fallen und weigerte sich, seine Studienergebnisse unabhängigen Forschern zur Begutachtung zu überlassen.


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